Startseite / Impr. Allgemeine Angaben Zur Geschichte →
Hannoversche Szene Zugaufstellung Die Schützenvereine
Die Musikzüge Sonstige Fußgruppen Kutschen und Wagen
Filmverzeichnis Teilnehmer-Statistik Wertschätzung
Aspektbetrachtungen Zukunftsaussichten Vorschlagsportal →





- PFERDEFUHRWERKE -
Festumzüge sind für Kutschen ein Heimspiel. Auch beim Schützenausmarsch spart man nicht damit. Hauptsächliche Aufbieter sind die hannoverschen Schützen­vereine, die auf diese Weise marschuntüchtigen Mitgliedern die Teilnahme am Umzug ermöglichen, zugleich ebenso eigene Stärke demonstrieren und den Schützen­ausmarsch insgesamt bereichern. Daneben kommen welche bei den „Ehrengästen“, manchmal zur Präsentation von Schützenkönigen, selten bei umländischen Schützenvereinen, sowie zu zweit als selbsterfüllende Schauobjekte beim „Hannöverschen Traditionscorps“ vor. Wegen der sinkenden Zahl örtlicher Schützenvereine, der schrumpfenden Mitgliederstämme mit einhergehender Finanzschwäche bei den verbleibenden Vereinen, und wohl auch aufgrund sich verschärfender Vorschriften, befindet sich der Einsatz allerdings im stetigen Rückgang. Inzwischen enthält der Zug nur etwa halb so viele Kutschen wie die folgende Tafel, doch bilden diese Aufnahmen der letzten Jahre gut den Kreis ab, aus dem Modelle zu erwarten sind. Typisch ist die zurückhaltende Schmückung von Kutschen und Pferden (was manchem Beobachter gerade aufdringlich erscheint).
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Doppelstöckige Kutschen sind nicht zu erwarten, aber auch nie ausgeschlossen:
 
Die hannoverschen Verkehrsbetriebe „ÜSTRA“ führen jedes Jahr ihre Straßenbahn anno 1896 vor. Damals war in der Stadt zwar durchaus schon ein Schienennetz für elektrische Bahnen gelegt, ergänzend benötigte man aber immer noch solche Kutschen.
 
Müßte man sich entscheiden, würde man die vierspannige Brauereikutsche von Gilde vielleicht zur unentbehrlichsten Einzelnummer des ganzen Zuges wählen. Sie ist nicht nur die letzte ihrer Art beim Schützenausmarsch, sondern erinnert die älteren Hannoveraner auch an frühere Zeiten, in denen sie zur Freude aller von einem Moment auf den anderen hier und dort im Straßenbild auftauchte (gemäß Meldungen von 2018 evtl. wiederbelebt). Umso mehr weiß man ihren Anblick beim Schützenausmarsch zu schätzen. Ob die Fässer nun voll sind oder leer, symbolisch bringt sie das Bier zum Fest.

 
Sämtliche beteiligten Kutsch- und Reitpferde (sowie auch die Jagdhundmeute) werden im eingezäunten östlichen bis südlichen Vorraum des Niedersachsen­stadions auf ihre Auftritte vorbereitet. Das heißt, auch die Anlieferung aller Kutschen durch motorisierte Fahrzeuge erfolgt dorthin. Wer sozusagen mal hinter die Kulissen schauen möchte, der kann am Morgen oder auch den Vormittag hindurch von außen die Arbeiten beobachten.




- ANHÄNGER -
Gleichberechtigt neben Kutschen werden von einigen Schützenvereinen aus Hannover und Vororten treckergezogene Anhänger als Fortbewegungsmittel genutzt. Wie bei Faschings-/Karnevalsumzügen muß man sich die notwendigen Trecker einfach wegdenken, was auch erstaunlich gut gelingt. Bei den grün-weißen Wimpelketten an den Anhängern handelt es sich um deutschlandweit verbreiteten allgemeinen Schützenfest-Schmuck. Alle paar Jahre darf der verdutzte Zuschauer übrigens auch verwaiste Wagen bewundern, wenn ein Schützenverein morgens keine TÜV-Genehmigung zur Personenbeförderung vorlegen konnte, der Anhänger dann aber lieber leer als gar nicht ins Rennen geschickt wurde (z.B. hier) ...
 
 
 

Von allen Verkehrsmitteln fährt wahrscheinlich dieser Anhänger der JSG Kleefeld am längsten beim Schützenausmarsch mit. Er wurde schon auf Bildern von 1962 gefunden:
Zwischen Schützen und Jägern gibt es bekanntlich einige Gemeinsamkeiten und historische Querverbindungen. Man denke nur an das Wild, das in vielen Wappen der Schützenvereine abgebildet ist. Die Jägerschaften tragen mit Wagen zum Schützenausmarsch bei, auf denen Jagdhornbläser Platz nehmen. Manchmal kommt noch ein kleines rollendes Naturkundemuseum dazu.
 
Bei der Johanniter-Unfallhilfe tut man sich ein bißchen schwer mit der Unter­scheidung zwischen Schützenfest und Karneval. Immerhin werden die Wagen aber speziell für den Schützenausmarsch entwickelt, sonst wäre darin nicht das Schützenfest-Maskottchen Ballerkalle eingearbeitet:



Auf weiteren kleineren und größeren Anhängern, auch umgebauten LKWs, stellen sich diese oder jene Berufsverbände, Hilfsorganisationen, Unternehmen, Institutionen, Sportvereine und Interessengruppen dar. Durch Dauerteilnahme werden sie mitunter für einen Zeitraum zu einem charakteristischen Teil des Schützenausmarschs; Abbildungen hier wären aber nicht gerechtfertigt.



- OLDTIMER -
Oldtimer passen unheimlich gut in den Schützenausmarsch. Weder im normalen Straßenverkehr noch im Museum kämen die verschrobenen Fahrzeuge so zur Geltung. Das denkbar höchste Maß an Einbindung erreichen ohne Verdeck fahrende Mannschafts-Transportwagen mit einer Gruppe winkender Schützen an Bord. Drei Stück davon sind immer zu sehen: Erstens ein weinrot-cremefarbener Hanomag L-28, der sonst im „Besucherbergwerk Klosterstollen Barsinghausen“ Dienst tut, aber von der SG Ricklingen dort herausgeholt wird. Zweitens ein grau-weißer Hanomag L-28 aus Coppenbrügge, den der „Deutsche Schützenverein Hameln“ immer wieder auf`s Neue nach Hannover überführt. Drittens ein knallgrüner Borgward B-2000 im Auftritt der SG Wülfel. Da schnalzt auch der Laie mit der Zunge. Und daß alle Hanomags waschechte Hannoveraner sind („Hanno­versche Maschinenbau AG“), ist noch ein schöner Zusatzeffekt obendrauf.
 
 
 
Das „Brauhaus Ernst August“ beteiligt sich wechselweise mit ihren völlig verschiedenen Fahrzeugen. Hier sind die auf Räder gesetzte historische Straßenbahn und der orangefarbene Pickup zu sehen, jeweils umgebaut zum Schankwagen, versteht sich.

„Lindener Spezial“ gibt es zwar noch als Brausorte von Gilde. Diese beiden Fahrzeuge stammen aber noch aus der Zeit, als es - mit der Hausfarbe Blau - von der ehemaligen „Lindener Aktien-Brauerei“ hergestellt wurde. Der erste Wagen ist ein Hanomag, der zweite hat sich dafür das LAB-Wappen bewahrt:

 
Diese beiden Nutzfahrzeuge sind ebenfalls immer am Start:
 
Und als Zugmaschinen für Anhänger kommen hin und wieder Hanomag-Trecker zum Einsatz:
 
Herrenhäuser fährt nach einer stolzen Vergangenheit mit großen Brauerei­kutschen nur noch enttäuschend als VW-Bulli durch. An VW-Bullis, alle aus hannoverscher Produktion stammend, mangelt es im Zug ohnehin nicht. Wohl direkt von Volkswagen wird neuerdings eine ganze Bulli-Parade angeboten.
 
Feuerwehrautos fliegen immer die Sympathien zu, noch mehr wenn es historische Schaustücke sind. Damit kann auch der Schützenausmarsch nichts falsch machen. So rollen jedes Jahr ein Drehleiterwagen von 1954 und ein Löschgruppenwagen von 1961 gemeinsam über die Strecke. Vorgestellt werden sie vom „Feuerwehrmuseum Hannover“. Besitzer der Fahrzeuge und treibende Kraft hinter der Nummer ist jedoch vielmehr ein freundlicher Privatmann aus Scherenbostel.


Für Oldtimer-Freunde lohnt es sich also schon, zum Schützenausmarsch zu kommen. Man sollte dann die Gelegenheit beim Schopfe packen, sich bereits ab 9 Uhr in der Willy-Brandt-Allee aufzuhalten, wo alle Fahrzeuge auf ihre Abnahme und ihre spätere Einfädelung in den Zug warten.