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- NACHBERICHT ZUM SCHÜTZENAUSMARSCH 2019 -
Drama um den Schützenausmarsch!
Heißestes Wetter jemals!
Kleinste Zuschauermenge jemals!
Gefühlt 41 Grad. Es war der heißeste Schützenausmarsch der Geschichte. Dies festzustellen ist nicht schwer, denn bis zu den 80er Jahren begann er ja zeitiger als um 10 Uhr (von den Umzügen der vier „Bundesschießen“, die am späten Nachmittag starteten, ist keine übermäßige Hitze bekannt). Und die Zeit seit den 80er Jahren ist im allgemeinen Gedächtnis noch vorhanden. Nachdem in den Medien zuvor ausdrücklich vor der Hitze gewarnt worden war, pilgerten von vornherein nur sehr wenige Menschen an die Strecke. Bereits um 10 Uhr standen schon an der Einfädelungsstelle kaum Zuschauer. Über die gesamte Strecke hinweg hielt sich in allen besonnten Bereichen nahezu niemand auf, während das Gedränge in den schattigen Bereichen aber auch nicht sonderlich groß war. Mit Sicherheit haben wir hiermit den am schlechtesten bevölkerten Schützenausmarsch jemals erlebt. Wobei die Zeitrechnung erst ab 1874 beginnen kann, als sich die Zahl der Umzüge auf nur noch einen verminderte. Zweifellos war der Zuschauerzuspruch früher immer ungleich höher als heutzutage, so daß man lediglich noch die letzten rund 20 Jahre abschätzen müßte, welche jetzt wohl alle unterboten wurden. Für die Zugteilnehmer muß es ein ganz merkwürdiges Erlebnis gewesen sein. Auswärtige Gäste, ob im Zug oder als Zuschauer, werden ein katastrophales Bild mit nach Hause nehmen und weitertragen, das sich kaum mehr reparieren läßt. Wobei niemandem ein Vorwurf zu machen ist. Es wäre nunmal zu gefährlich gewesen, sich unbeweglich stundenlang in der prallen Sonne aufzuhalten, da braucht man dann auch nicht um der Sache Willen zu kämpfen und gute Laune vorzutäuschen. Den Teilnehmern setzte die Hitze vermutlich nicht so sehr zu, wie man denken könnte, schließlich wird unter ähnlichen Bedingungen ja mitunter sogar noch Sport getrieben. Auch die Blasmusiker spielten eigentlich gut durch wie immer. Allerdings wurden die Zugteilnehmer noch zusätzlich mit den ständigen Stockungen belästigt. Natürlich gab es für sie mehrere Trinkbecher-Ausgabestellen, oder die Feuerwehr spritzte gleich aus dem Schlauch über die Strecke. Ebenso wurden die Pferde zwischendurch getränkt und mit Schwämmen abgewischt. Viele Gruppen gingen ohne ihre Uniformjacken, also nur mit weißem Oberhemd. Dadurch verschwommen sie noch mehr ineinander als sonst. Statt eine Zugaufstellung vorzugeben hätte man auch sagen können, geht einfach ab 10 Uhr alle irgendwie los, und es hätte kaum anders ausgesehen. Aus all dem Drama ging aber auch ein Gewinner hervor, nämlich die Schlußgerade. Dort, wo sich in den letzten Jahren im Übergangsbereich zwischen Waterloostraße und Bruchmeisterallee kaum eine Menschenseele verloren hatte, herrschte unter dem schützenden Blätterdach und mit einem eigenen Bierstand plötzlich richtig gute Stimmung. Gegenteilig verhielt es sich dann wiederum auf dem Schützenplatz. Obwohl die Festzelte klimatisiert sind, füllten sie sich nicht, weil die Leute zum weiteren Feiern einfach zu ausgelaugt waren. Seien wir froh, daß immerhin niemand ernstliche gesundheitliche Schäden davontrug. Wiederholen dürfen sich solche Zustände aber nicht. Deshalb muß über eine grundsätzliche Terminverlegung diskutiert werden, was hier auf dieser Seite demnächst auch erfolgen wird.

Nachtrag: Für die Marschierer im 4. Zug, die zur heißesten Zeit unterwegs waren, reichte an den Trinkbecher-Ausgabestellen das Wasser nicht mehr. Also das ist ohne Umschweife skandalös!

Leere auf dem Friedrichswall:


Leere in der Osterstraße:


Leere auf dem Opernplatz:


Leere am Kröpcke:


Leere in der Georgstraße (Fußgängerzone):


Leere in der Knochenhauerstraße:


Leere in der Ballhofstraße:


Leere auf dem Friederikenplatz:

Innerhalb des eingesessenen Rahmens von 10.000 bis 12.000 Teilnehmern sprachen Medienveröffentlichungen in den letzten Jahren meist nur noch von 10.000, nun aber plötzlich fast durchweg von 12.000. Was soll man davon halten? Es ist nicht zu erkennen, wodurch sich die Zahl zu 2019 erhöht haben sollte; eher umgekehrt.

Noch mehr als sonst traten Stockungen des Zugs auf. Der Veranstalter ist einfach nicht in der Lage, dieses Problem zu erkennen und zu beheben. Eine aufkommende Stockung bedeutet bei einem Umzug schlichtweg einen Fehler. Für die Zuschauer stellt sich so kein Rauschzustand ein, die Teilnehmer verlieren ein bißchen ihre Würde, und überhaupt drückt es auf die Stimmung. Ein gewisser Anteil mag diesmal zwar auf das Konto der Wasserversorgungsstellen gehen, hauptsächliche Ursache sind aber immer wieder spezielle Vorführungen sowie Interviews für den NDR am Ballhof. Über die Durchlaufzeit kann man unter diesen Umständen beim besten Willen keine Angabe machen. Die letzte Nummer erreichte das Gilde-Tor jedenfalls um 13:40 Uhr.

Wenn trotz der sehr zahlreichen Stockungen auch noch Lücken einreißen, ist das umso unverständlicher. Die erste Lücke tat sich am Ende des 3. Zuges vor den Rugby-Spielern von Victoria Linden auf. Anschließend folgten noch mehrere weitere, von denen eine sogar von einem Rettungswagen mit Martinshorn zur schnellen Durchfahrt genutzt wurde.

Wie jedes Jahr stimmte an einigen Stellen die per Zugaufstellung vorgegebene Reihenfolge nicht. Auch wenn das nur den wenigsten Zuschauern auffallen mag, müssen dahinter doch organisatorische Ungereimtheiten stecken. „The Islanders“ liefen statt mit der ursprünglich zugewiesenen Startnummer 30 erst zusammen mit Nr. 62 durch, das „Jubal Drum & Bugle Corps“ statt mit Nr. 82 erst zwischen den Nummern 105 und 106. Wahrscheinlich waren sie beide zu spät aus den Niederlanden in Hannover angekommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen nahmen folgende Schützenvereine oder Musikzüge teil, ohne in der Zugaufstellung gestanden zu haben: Bürgerschützengesellschaft Northeim, Schützenverein Eschede, Schützenverein Bookholt, Schützenabteilung des Fanfarenkorps Hannover, Spielmannszug der Dornberger Schützen (nur als Marschierer), Bürgerschützen Seelze, Schützenverein Gümmer, Musikalische Spielgemeinschaft Ilten-Sehnde, Schützengesellschaft Langenhagen, Schützenverein Krähenwinkel, Feuerwehr-Musikzug Linderte, Schützenverein Heiligenfelde (Syke). Dagegen fehlten folgende Schützenvereine oder Musikzüge, obwohl sie in der Zugaufstellung standen: Schützengilde Strausberg, Bielefelder Schützengesellschaft, Freie Schützen Dornberg, 1. Göttinger Damen-Schützenverein Diana, Bürgerschützengesellschaft Lautenthal, Schützenverein Felsenkeller Grindau, Reiterfanfarencorps Visbek, Hildesheimer Schützengesellschaft, Schützengilde Burg (bei Magdeburg), Schützengesellschaft Eilvese, Feuerwehr-Musikzug Ronnenberg, Jugend-Brassband Quickborn. Ja das ist wirklich eine Menge an Planungs­widrigkeiten.

Bei der Gilde-Reiterei sank die Anzahl der Pferde erneut auf nur vier Stück, die zwar immerhin einheitlichen Aussehens waren, aber teils wie beim Ponyreiten von gehenden Helfern an der Leine geführt wurden. Weiterhin ist nicht in Sicht, daß diese Gruppe auch nur annähernd das Selbstverständnis verkörpert, welches für den Schützenausmarsch passend wäre. Im Umfeld der Gilde-Reiterei wurden noch einige interessante ältere Standarten gesichtet, worüber bisher aber nichts näher bekannt ist.

Die SG Vahrenwald, die SG Limmer und die SG Empelde marschierten wie befürchtet alle ohne begleitenden Musikzug.

Zunehmend laden die hannoverschen Schützenvereine allerlei Freiwillige Feuerwehren als Gastvereine dazu. Dem sollte Einhalt geboten werden. Mit den äußerst zahlreichen Feuerwehrkapellen und den historischen Feuerwehrautos ist diese Zunft eigentlich schon gut beim Schützenausmarsch vertreten. Man muß auch ein Gespür für Aufgabenteilung haben. Feuerwehrleute sind halt nicht für Festumzüge ausgelegt und als solche auch nicht sehenswert. Vielmehr sollten sie drumherum ihre Aufgaben wahrnehmen.

Das Gesamtniveau der Wagen scheint sich weiter zu verbessern. Dieser Eindruck wird wohl dadurch gestärkt, daß die völlig abwegigen Anhänger mit den übergroßen Quitscheentchen sowie den Bauarbeiter-Playmobilmännchen nicht mehr dabei sind. Dafür fuhr zum dritten Mal hintereinander ein moderner Üstra-Bus mit durch, den man bei einem Schützenumzug eigentlich nicht unbedingt braucht. Ansonsten erfolgt die Aufbereitung der Wagen aber mit spürbar mehr Liebe als noch vor ein paar Jahren.

Gleich von zwei Spielmannszügen (SMZ der Südstädter SG, SMZ Wesendorf) wurde völlig überraschend der „Marsch der Hannoverschen Pioniere“ gespielt. Bisher hatte es in keiner Form irgend einen Hinweis auf ein Erklingen beim Schützenausmarsch gegeben, auch historisch nicht. Man mußte deshalb denken, daß dieses Lied in Zugbewegung nicht spielbar wäre. (Hier anhören).

Selbst unter den unwirtlichen Bedingungen stachen die beiden niederländischen Spaßkapellen Blaaskinkels und Brulkikkers mit einer Energie hervor, die nur als übermenschlich zu bezeichnen ist.

Es wurde eine Person höchstwahrscheinlich in der Uniform der SG Kleeblatt 99 gesichtet. Der Verein schied Anfang des Jahrzehnts aus dem Geschehen aus, existiert formal aber noch.

Zum 20jährigen Firmenjubiläum beteiligte sich Sanitärtechnik-Heuer mit einem äußerst großen Party-Wagen. Auch wenn so etwas nur schlecht hineinpaßt, stimmt es froh, daß der Schützenausmarsch insofern doch noch Prestige besitzt.

Die Sitztribüne des Madsack-Verlags am Holzmarkt gab es diesmal nicht.

Tatsächlich gebärdeten sich die gage-verlangenden „Berliner Fahnenschwinger“ schon wieder wie bei früheren Teilnahmen. Es scheint ihnen nicht bewußt zu sein, daß es keinen Effekt bringt, wenn jede Fahne andere Farben hat. Und die ewig mürrischen Gesichter dazu machen es auch nicht besser. Die ganze Nummer ist nicht nachzuvollziehen.

Nach langer Zeit fehlten die Italiener als Gastverein der JSG Kleefeld.

Der Fanfarenzug Sassenberger Landsknechte spielte wider Erwarten keine Fanfaren, sondern Trompeten. Dabei war die Gruppe sicherlich für die Planstelle des echten Fanfarenkorps eingekauft worden, während an Trompetenklängen nun wirklich kein zusätzlicher Bedarf besteht. Vor einigen Jahren gab es ein ähnliches Mißverständnis schonmal.

Mit „Tonhalle Hannover“ eröffnete eine neue Blaskapelle aus der Stadt ihre Teilnahmetradition. Angesichts der praktisch nur aus Saxophonen bestehenden Instrumentierung, der laxen Kleidung und der tänzelnden Bewegungen kann man allerdings nicht konkret von einem Musikzug sprechen.

Das Fanfarenkorps Hannover verfügte neu über eine Puschelgruppe. Ob diese nun fest dazugehört, muß sich aber erst noch herausstellen; unter anderem stimmten nämlich die Farben nicht überein.

Ein Schütze des SV Vinnhorst trug am Bauch einen Rucksack mit Wassereisstangen, die er an Zuschauer verteilte. Wie das mit der Kühlung funktionierte, ist unklar.

Die Maskottchen standen noch am Rathaus, gingen dann aber nicht mit. Es wird ihnen wohl zu heiß gewesen sein.

Gar nichts Neues gibt es über die Live-Sendung des NDR zu sagen. Auch wenn der Sender seit den 80er Jahren den Schützenausmarsch überträgt, und das aktuelle Moderatorengespann schon seit Jahren dabei ist, wird sich weiterhin hartnäckig geweigert, auch nur irgendwas zum Thema zu recherchieren. Man setzt sich einfach völlig ahnungslos ans Mikrofon und labert am laufenden Band Unsinn dahin. Unter den unzähligen Knallern ragte diesmal die Unwissenheit des vermeintlichen Experten (ehemaliger Bruchmeister!) über das Papagoyenschießen heraus. Mit dem Papagoyenschießen hatte das hannoversche Schützenwesen einst seinen Anfang genommen. Seit einigen Jahren wird es vom Collegium ehemaliger Bruchmeister beim Schützenfest wieder angeboten. Der Experte kannte es nicht, las stattdessen etwas von „Pagodenschießen“ von seinem Zettel ab …

Bei der Übertragung des NDR fiel auf, daß in der ersten Reihe auf der Tribüne am Ballhof ein junger Südländer saß. Ab und zu wurde er von den Kameras eingefangen. Merkwürdig, kein außereuropäischer Ausländer interessiert sich für den Schützenausmarsch, aber dieser Einzelne will unbedingt sogar an der besten Stelle ganz vorn sitzen? Und das nicht zum ersten Mal, denn letztes Jahr war er da auch schon zu sehen. Dabei scheint er weder Kontakt zu den umher sitzenden Personen zu haben, noch einen sonderlichen Draht zum Geschehen überhaupt. Selbstverständlich ginge das eigentlich niemanden etwas an, und wichtig wäre es schon gar nicht. Es sei denn, diese Sache sollte dazu dienen, den Fernsehzuschauer zu manipulieren, aber das wissen wir natürlich nicht.


In der „Hannoverschen Schützenzeitung“, einst eine Monatszeitschrift gewesen und heute als Jahresheft bei den Tribünen ausliegend (sowie auch auf der Seite des VHS abrufbar), ist zufällig ein Artikel über die Festhalle von 1903 enthalten. Anders als hier auf Schützenausmarsch.de, wo überlegt wird, ob die Halle zur heutigen Förderung des Schützenwesens reinkarniert werden sollte, beläßt man es jedoch bei dem Bedauern, daß sie nicht mehr existiert, und daß der Schützenplatz leider „karg“ aussähe.

Hier noch ein kleiner Bilderbogen mit Schnappschüssen.



- KOMMENTIERUNG DER ZUGAUFSTELLUNG -
Wie üblich ist die Zugaufstellung auch 2019 wieder vollgestopft mit Tipp-, Satz- und Logikfehlern. Niemals sonst findet man in Deutschland derart schlampige Veröffentlichungen vor, von keiner Behörde, keiner Firma, keinem Verein, keiner anderen Organisation. Nur dem Schützenausmarsch Hannover wird so etwas angetan. Nicht einmal vor den einheimischen Bestandteilen des Kulturguts aus der eigenen Stadt zeigt der Veranstalter genügend Respekt, als daß es zur korrekten Namenswiedergabe reichen würde (USG Klein Bucholz statt Buchholz, Freihand-Schürtzengesellschaft Linden, Fanfarenzug der Schreberjugend v. 1980 statt 1962). In den letzten Jahren wurden auf dieser Fan-Seite alle Fehler richtiggestellt, jedoch sind diese Darstellungen leider falsch verstanden worden. Ziel sollte es nicht sein, chaotische Veröffentlichungen der Zugaufstellung beizubehalten und sie woanders zu verbessern, sondern ein Bewußtsein zu schaffen, um Maßnahmen der Erneuerung anzugehen. Solange daran in Hannover kein Interesse besteht, wird das Absterben des einst so überaus bedeutenden Schützenwesens nicht mehr aufzuhalten sein. Dann kann die Zugaufstellung hier ja genausogut in knapperer Form besprochen werden.
Das vorjährige Fehlen von Jagdsport 49 und dem SSC Mittelfeld wird bestätigt; diese hannoverschen Schützenvereine sind demnach aufgelöst oder zumindest für den Schützenausmarsch verloren. Daß Oststadt 01 dieses Jahr folgt, war schon bekannt. Des Weiteren scheidet 2019 auch der seit langer Zeit schwächelnde SC Feierabend aus. Hannovers Schützenszene wird in schnellen Schritten übersichtlich! Bedingt durch das veraltete System, wonach einheimische Schützenvereine ihre begleitenden Musikzüge anheuern und weitere Schützenvereine dazuladen, werden mit dem SC Feierabend zugleich auch sinnloserweise die langjährigen Teilnehmer Spielmannszug und Schützenverein Walle vom Schützenausmarsch ausgesperrt.
Neben den Heimatvereinen der drei Stadtkönige sowie der drei Regionskönige geht tatsächlich auch die Schützengesellschaft Groß-Buchholz im Vorzug mit, weil sie den Sieger im neuen Wettbewerb „Lichtpunkt-Stadtkinderkönig“ stellt. Das ist nur als lächerlich zu bezeichnen. Und wenn man blind am Zugaufstellungsgerüst festhält, obwohl inzwischen schon die Hälfte der hannoverschen Schützenvereine aufgelöst wurde, kann man es sich doch auch gar nicht leisten, noch mehr Vereine aus den vier ordentlichen Zügen herauszuziehen.
Laut Zugaufstellung marschiert der Jubiläumsverein Schützengesellschaft Limmer v. 1894 (125 Jahre) ohne jeden Festwagen und sogar - wie schon letztes Jahr - ohne begleitenden Musikzug, weil er es sich offenbar nicht mehr leisten kann. Dann werden wohl all seine Feierlichkeiten ohne klingendes Spiel ablaufen, wie traurig. Daß die Zugleitung nicht trotzdem vor den Limmeranern einen Musikzug plaziert, ist unfaßbar, EINFACH UNFAßBAR! Zudem verschwand bei der allerletzten Überarbeitung der Zugaufstellung der vorgesehene begleitende Musikzug der ebenfalls im Vorzug befindlichen SG Vahrenwald (Spielmannszug Schneeren), was jedoch ein Fehler sein kann, da mit jeder Überarbeitung immer irgendwas in der Datei zerschossen wird. Bedenklich, daß auch die SG Empelde, Mitgliedsverein im „Verband Hannoverscher Schützenvereine“, ohne musikalische Begleitung laufen muß.
An auswärtigen Schützenvereinen, die ein großes Jubiläum mit der Teilnahme am Schützenausmarsch krönen, sind diesmal nur zweie auszumachen: Der SV Sothel v. 1919 und der SV Wittkopsbostel v. 1919.
Als Besonderheit ist die Teilnahme des Schützenvereins Lohne aufzufassen. Bei jener Stadt handelt es sich nämlich inzwischen um die absolute Hochburg des Schützenwesens in Niedersachsen. Wie sehr die Welt dort noch in Ordnung ist, veranschaulichen die Lohner gnadenlos, indem sie lediglich mit einer von knapp 70 Kompanien anreisen ...
In der Zugaufstellung wird der komplette Block der Barsinghäuser Schützenvereine vermißt. Wenn nun auch das hannoversche Umland wegzubrechen anfängt, kann der Schützenausmarsch demnächst allenfalls noch mit aktiver, größer umfaßter geographischer Einbindung aufrechterhalten werden. Einer der sehr kopfstarken Schützenvereine (Wennigsen, Blomberg, Wettringen) ist diesmal auch nicht zu entdecken, höchstens der „Bürger- und Junggesellen-Schützenverein Coesfeld“ könnte diesbezüglich evtl. für eine Überraschung sorgen.
Von den hannoverschen Musikzügen setzt das „Polizeiorchester Niedersachsen“ aufgrund einer Auslandsreise aus - was einiges über den gesunkenen Stellenwert des Schützenfestes besagt. Wie im Vorjahr fehlen „Die Hannöverschen Jagdhornbläser“ und die Ricklinger Dudelsackgruppe. Als endgültig aufgelöst kann man die „Drumpets Wettbergen“ einstufen.
Ebenfalls wegen einer Auslandsreise wird das „Trompeter-Showcorps Leinegarde“ aus Neustadt/Rübenberge fehlen. Das ist ein herber Verlust, und zwar nicht, weil dieser Musikzug so gut ins Geschehen passen würde, sondern weil seine Vorführungen Weltklasseniveau versprühen. Dafür will sich die Leinegarde aber am Freitag darauf in den Umzug des „Tags der niedersächsischen Schützenvereine“ einreihen!
Für die Planstelle des Fuß-Fanfarenkorps` wurde dieses Jahr der „Fanfarenzug Sassenberger Landsknechte“ aus Westfalen angeworben, optisch zu erkennen an grün-gelber Uniform. Wie 2018 sind auch wieder beide blau-rote Reiter­fanfarenkorps` aus dem Oldenburgischen dabei. Auf den Gedanken, daß diese Nummer nur als singuläre Erscheinung wie beabsichtigt zündet, kommt man wohl nicht. Und daß bei Doppeltwunsch besser trotzdem nur eine Gruppe anreist, die dann zweimal durchgeht, noch weniger. Die obligatorische süddeutsche Trachtenkapelle, welche auch schon am Freitag bei der Schützenfest-Eröffnung in der Marktkirche spielt, wird von der „Musikkapelle Gelting“ aus dem Raum München verkörpert. Dann Willkommen in Hannover!


Zwei aus dem Vorjahr bekannte Musikzüge sollen erneut aufspielen, obwohl ihr Betragen mangelhaft war. Zum einen ist das riesige, professionell wirkende, mit Fähnchenschwenkergruppe ausgestattete „Jubal Drum & Bugle Corps“ aus Dordrecht bei Rotterdam in den Niederlanden gemeint. Dabei waren sie vor Jahresfrist deutlich zu langsam für den Zug und rissen eine größere Lücke auf. Zum anderen will auch die Guggenband „Kieselbronner Gugge Gaiße“ wiederkommen. Schön, daß es ihnen gefallen zu haben scheint. Allerdings gehört es sich nicht, rücksichtslos beim Hannoverschen Schützenfest aufzutreten, als handele es sich um ein ganz anderes Ereignis (in dem Fall die Alemannische Fastnacht in Baden-Württemberg). Wenigstens für das zweite Mal kann man sich da bitte ein Mittel überlegen, mit dem man mehr Taktgefühl erweist.
Abseits der Schützenblöcke und Musikzüge sind wenig nennenswerte An- oder Abwesenheiten zu erkennen. Eine Schaumburger Trachtengruppe fehlt diesmal. Mit den Schlachtschwertierern Horn war nach der letztjährigen Teilnahme ohnehin nicht zu rechnen. Von den einheimischen Faschingsvereinen flog die „1. Große Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hannover (Leinespatzen)“ in der überarbeiteten Fassung der Zugaufstellung inzwischen heraus. Nach einer Pause wurden wieder mal die „Berliner Fahnenschwinger“ eingekauft, die mit mürrischer Laune und wirkungsschwachen bunten Nationalflaggen noch nie überzeugten.
Zu den Festwagen läßt sich so gut wie nichts sagen, da die Wortfetzen in der Zugaufstellung kaum etwas mitteilen. Die Stadtbehörde will anscheinend einen Wagen mit dem Thema der Bewerbung Hannovers zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 ins Rennen schicken. Das wäre ansich eine erwartbare und passende Sache, hätte sie nicht den Haken, daß das Hannoversche Schützenfest gemäß sämtlichen bisherigen Veröffentlichungen des Büros für 2025 keinerlei Rolle spielen soll. Vielmehr will man die sich möglichst noch weiter austauschende Bevölkerung dazu drängen, sich mit neu vorgegebenen, abstrakten anderen Dingen zu beschäftigen. Dieser Festwagen droht eine Dreistigkeit sondergleichen zu werden, aber warten wir es ab.
Allgemein läßt sich auch aus dieser Zugaufstellung wieder ablesen, daß den vielfältigen Abwärtstendenzen weiterhin nicht begegnet wird. Weder der Veranstalter, noch die Schützen, noch die übrige Stadtbevölkerung zeigen irgendwelchen Elan. Es plätschert vor sich hin. Trotz der unablässig sinkenden Zahl hannoverscher Schützenvereine bleibt man stur (oder wohl besser gesagt: faul) beim gleichen Zugaufstellungsgerüst, mit allen daraus entstehenden Folgeerscheinungen. Eine davon ist die vermutlich sinkende Gesamtmasse des Zuges, womit man den Status als größter Festumzug Europas leichtfertig vergibt, und offensichtlich auch kein Interesse besteht, eine Touristenattraktion zu bilden. Alles wird immer weniger und schwächer, und doch will man nicht mehr als das Nötigste tun. Einige Nummern, die von der Bevölkerung Hannovers und des Umlands nicht auf die Beine gestellt werden, besorgt der Veranstalter teils von weit her, aber auf die Idee, selbst mal wieder z.B. eine ordentliche Reiterstaffel aufzubauen, kommt schon keiner mehr. Der Schützenausmarsch ist zunehmend voll der unabhängig existierenden Angebotslage ausgeliefert. Früher ein unendlich faszinierendes Ereignis gewesen, weiß man nun nicht, was diese Mischung aus Überlieferung, Zwängen, Willenlosigkeit und Abwicklung eigentlich darstellen soll. Vielleicht wird ja 2019 das Jahr, in dem der kritische Blick um sich greift. Trotzdem natürlich viel Freude uns allen beim Schützenausmarsch!



- ALLGEMEINES ZUM SCHÜTZENAUSMARSCH 2019 -
Als Neuerung gegenüber den Vorjahren werden ab sofort Teilnahmegebühren für andersartige Gruppen als Schützen- und Sportvereine (sowie sicherlich auch Musikzüge) und für Firmen erhoben. Das erstaunt, hatte der Beobachter doch eher das Gefühl, daß die Mitwirkungs­bereitschaft in letzter Zeit nicht mehr so ausgeprägt war. Auf der Schützenfest-Netzseite wird der Schützenausmarsch 2019 übrigens mit zwei Adjektiven versehen. Man wünscht ihn sich „bunt“ und „munter“. Ausdrücke, wie man sie für den Laternenumzug des Kindergartens verwenden würde.
Auf das Erscheinungsbild des Jubiläumsvereins SG Limmer v. 1894 sollte man besonders gespannt sein. Letztes Jahr bestanden die Limmeraner aus nur neun Schützen, beim Lindener Schützen­ausmarsch gar nur aus fünfen, jeweils ohne Musik. Einer Meldung war zu entnehmen, daß sie möglicherweise eine limmersche Ortsfahne aus dem 19. Jahrhundert mitführen werden.

Das Sterben der hannoverschen Schützenvereine setzt sich fort. Die Jagdsportgesellschaft v. 1949 wurde aus dem Verzeichnis des VHS gestrichen und dürfte damit Geschichte sein. Unfaßbar, wie das in Hannover abläuft. Ein ehemals nicht ganz unbedeutender Verein scheidet dahin, und nirgendwo (außer hier) ist das auch nur die kleinste Meldung wert. Die JSG 49 hatte lange Zeit die Schießsportgemeinschaft des Bundestags aus Bonn bzw. Berlin als Gastverein dabei. 1983 fuhr in ihrem Block die Kutsche mit Prinz Ernst August. Heute ist den Schützen und anderen Bürgern offenbar alles nur noch egal. Ebenso vergeblich sucht man neuerdings im Verzeichnis die SG der Oststadt v. 1901. Auch sie scheint - nach über hundert Jahren - ohne geringste Beachtung aufgelöst worden zu sein. Hannovers Schützenwesen wickelt sich ab, und niemanden juckt´s, niemand bemerkt es überhaupt.
Man kann aufatmen, die hannoverschen Schützenvereine haben es auch heuer wieder geschafft, die benötigten vier Bruchmeister - bzw. vorerst Bruchmeister-Anwärter - hervorzubringen. Es sei allerdings angemerkt, daß wie schon im Vorjahr einer davon aus einem Verein stammt, der kein Mitglied des „Verbandes Hannoverscher Schützenvereine“ ist, nämlich aus der USG Wettbergen.

Waren auf der offiziellen Schützenfest-Netzseite vorher schon einzelne Spezialformulierungen („Teilnehmende“ statt „Teilnehmer“) zu finden, hagelt es sie mit dem Sprachbeschluß der Stadtbehörde nun erst recht. Statt der Grundformen unserer Sprache werden vielfach völlig gegenstandslos infolge falscher Annahmen die weiblichen benutzt. Als wäre Sprache gar nicht zum Zweck der Verständigung da. Man kann es nicht glauben, daß sich eine Behörde anmaßt, den Bürgern so etwas zum Lesen anzubieten. Belehrung, Umerziehung, Ausgrenzung - Willkommen im Ideologiestaat! Wieder kriegt das Volk eine Gelegenheit, die Fehl­entwicklungen zu erkennen und abzuwehren. Übrigens müßte das Fest gemäß den Richtlinien nun „Schützinnenfest“ oder „Schießendenfest“ heißen, der Umzug „Schützinnen­ausmarsch“ oder „Schießendenausmarsch“. Oder warum sollte die Regelung da plötzlich nicht gelten?
Laut Medienmeldungen hat sich die teilnehmende Homosexuellen-Lobby eine richtige Standarte herstellen lassen. Zum Aufdrängen von Sexualität beim Schützenausmarsch wird hier auf anderen Unterseiten Stellung genommen. Unabhängig davon muß man aber sagen, daß der Schützenausmarsch genau solche aus eigenem Antrieb erfolgende kulturgerechte Erkenntlichzeigungen braucht. So bitter wie es ist, diese Regenbogenstandarte wird einer der bedeutendsten Hingucker sein.
Bezüglich der Strecke herrscht Unklarheit über den Abschnitt der Schmiedestraße. Eigentlich soll diese doch im dortigen nördlichsten Bereich zur Fußgängerzone umgebaut werden. Es fragt sich, wann dies geschehen soll, und ob der Schützenausmarsch die Strecke ab dann überhaupt noch passieren kann. Direkt anliegend wird jedenfalls ein Gebäude abgerissen und neugebaut, was normalerweise zu einer Streckenänderung führen müßte. Aber der Veranstalter hat ja erfahrungsgemäß keine Skrupel, den Festumzug vor Baustellen entlanglaufen zu lassen. Die offizielle Schützenfest-Netzseite gibt grundsätzlich keine Auskunft; dort wird immer der Streckenplan von 2017 angezeigt.
An Touristen, die den Schützenausmarsch und das Schützenfest mit einer Stadtbesichtigung verbinden möchten, der Hinweis, daß das Anzeiger-Hochhaus leider eingerüstet sein wird.
Sofern sich gegenüber den Vorjahren nichts geändert haben sollte, geht der Umzug des „Tags der niedersächsischen Schützenvereine“ mit rund 1.500 Schützen und einer Handvoll Musikzüge am Freitag, 5. Juli, ab 18 Uhr am Trammplatz los. Die Strecke müßte über die Willy-Brandt-Allee und das Arthur-Menge-Ufer führen.



- RETTET DEN SCHÜTZENAUSMARSCH -
Rettet das hannoversche Schützenwesen samt dem Schützenausmarsch!

Es ist ein neuer Vorschlag ausgeheckt worden, mit dem vielleicht die Wende gelingen kann: Hier klicken.



- WEGZEICHEN DES UNTERGANGS -
Auf diesen Seiten sind zahlreiche Hinweise oder Beobachtungen zusammen­getragen, die nichts Gutes für den Schützenausmarsch verheißen. Besonders ernst wird die Lage dadurch, daß einerseits offizielle Stellen absichtlich Schaden anrichten wollen, und daß andererseits immer noch kein Problembewußtsein aufkommt. Hier auf der Startseite gibt es schonmal eine Einführung anhand einiger Beispiele. Kritisch werden, Meinung bilden, Handeln!
 
Fast niemand weiß heute mehr, welch enge Beziehung zum Schützenausmarsch das Magis-Gebäude am Kröpcke hat. In den 1960er Jahren wurden die hunderte Meter lang draufzulaufenden Schützen hoch oben per monumentalem Spruchband gegrüßt, während in den Schaufenstern weibliche Fans Bein zeigten. Dagegen sehen wir auf dem unteren Bild die heutige Szenerie. Wieviel, wie unendlich viel muß seit Jahrzehnten falsch gelaufen sein, daß sich die Aufmerksam­keit so vollkommen von stärkster Zuneigung zu stärkster Ablehnung umkehren konnte?!
Das Schützenfest wird von einem angeblich „schlagfertigen Team“ organisiert. Schauen wir uns doch mal an, wie die elf - überwiegend steuerfinanzierten - Beschäftigten am Zug des Schützenausmarschs werkeln. 2018 gaben sie die erste Fassung der Zugaufstellung am 28. Mai heraus. Es wurde darin versäumt, dem VHS-Mitgliedsverein SC Alt-Linden eine Startnummer zuzuweisen, welche vor dessen begleitenden Musikzug aus Linderte hätte gesetzt werden müssen. Auslöser des Irrtums war offenbar die selbst nicht durchschaute, untaugliche zweigleisige Nummerierung. Weil der begleitende Musikzug der Schützenvereine aus Nordsulingen und Nechtelsen auf Pferden reitet, bekam er eine rote Nummer. Zugleich eine grüne zuzuteilen, ist nach dem System unmöglich, weswegen jene zu den Schützenvereinen hin abrutschte. Dadurch wiederum sprang der Blick über den SC Alt-Linden und seinen begleitenden Musikzug glatt hinweg.

Mit der dritten (!) Aktualisierung vom 7. Juni kam man der Sache auf die Schliche, wahrscheinlich erst auf besorgte Anfrage des SC Alt-Linden, der ja umständehalber gar keine Mitteilung erhalten haben konnte. Statt nun aber endlich mal wenigstens eine Nachtragsnummer vor den Feuerwehr-Musikzug Linderte zu setzen, wurde die Kapelle unter anderem Namen hinter dem Schützenverein ein zweites Mal aufgelistet, um erst dort mit der Nummer versehen zu werden. Zum Kreischen!

Diese erneute Schlamperei wurde bis zur vierten Überarbeitung nicht bemerkt, auch nicht zur fünften oder sechsten. Erst mit der siebten (!) Überarbeitung, die am 29. Juni zwei Tage vor dem Schützenausmarsch-Sonntag erschien, gelang es Ordnung zu schaffen. Für die Veröffentlichungen in der Presse war es dann schon zu spät. Aber egal, man hat das Publikum ja bereits zur Anspruchslosigkeit erzogen.

Mit der „Uniformierten Schützengesellschaft v. 1837 Hannover“ begann sich das Schützenwesen der Stadt einst vereinsmäßig aufzustellen und zu uniformieren. Schön, daß dieser bedeutungsträchtige Schützenverein im Gegensatz zu so vielen anderen bis heute besteht! Doch mit der bloßen Existenz hat es sich leider auch schon. Weder meldet sich die USG 37 im Stadtleben zu Wort, noch wird nach ihr gefragt. Alljährlich zum Schützenausmarsch taucht das Phantom dann in der Zugaufstellung auf, und in der Tat werden schließlich auch ein Schild sowie eine Fahne über die Strecke getragen. Bei dem Schützenblock, den man für die USG 37 halten soll, handelt es sich jedoch in Wahrheit um die „Schützengesellschaft Bremervörde“ !!! Nur ein bis drei Schützen der USG 37 sind da untergemischt, mehr Marschierer vermag sie seit mindestens zehn Jahren nicht aufzubieten. Was ist denn das für ein Zustand?! Welche Perspektiven verspricht diese Vertuschung? Ist Hilfe, die ohne Kenntnis der Probleme ja gar nicht einsetzen kann, unerwünscht? Soll Siechtum - gerade bei diesem Verein - eine würdige Form der Kultur- und Traditionspflege sein? Weiß die hannoversche Linie des Welfenhauses davon, die seit jeher eine Schirmherrschaft über die USG 37 führt?
Daß die Maskottchen ansich schon zuviele Fehler haben, sie nicht in die Zugspitze gesetzt werden dürften, und sie eine unglaubliche Frechheit gegenüber den Schützen bedeuten, wird an anderer Stelle behandelt. Über die Gründe, warum auch das Heeresmusikkorps für die Funktion als erste Kapelle ungeeignet ist, sei ebenfalls auf die Ausführungen im Vorschlagsportal verwiesen. Aber fällt eigentlich niemandem auf, daß diese beiden direkt hintereinander angeordneten Elemente schrecklich schlecht zusammenpassen?! Wenn die flapsigste und die ernsteste Nummer des Zuges gemeinsam im Bild sind, ergießen sich alle Aussagen und alle Konturen in einen einzigen Sumpf. Doch nicht nur das. Ob absichtlich oder wegen Planlosigkeit, der Veranstalter (selbst Teil des Staates) verkaspert hiermit den Staat in einer Weise, wie man es in gesunden Verhältnissen nicht dulden würde. Diejenigen, die heutzutage noch über Urteilsvermögen verfügen, sehen darin eine besonders symbolträchtige Verfallserscheinung.
Man sollte meinen, eine Stadtbehörde sähe es als eigene Aufgabe an, die Stadt mit ihren Besonderheiten zu rühmen und anzupreisen. Nicht so bei Hannover. Hier gibt es mit dem Schützenausmarsch ein jahrhundertealtes örtliches Kulturgut, das noch vor wenigen Jahrzehnten das wichtigste Ereignis im Stadtleben war, ein Alleinstellungsmerkmal unter den Metropolen bildet, internationale Rekordgröße besitzt, zur Elite der Brauchtümer in Deutschland zählen müßte. Auf Hannover.de gebärdet sich die „Werbung“ allerdings stets anderslautend. Mit der für 2018 gewählten Beschreibung „(...) startet der gut zehn Kilometer lange Festumzug seinen Marsch Richtung Festplatz. Dieser besondere Akt zählt zu den Highlights des hannoverschen Schützenfestes (…)“, gelang der Redaktion wirklich ein Meisterwerk an bösartig-subtiler Herabqualifizierung. 1. Sowohl der Schützenausmarsch ansich als auch Schützenumzüge allgemein werden als erklärungsbedürftig hingestellt. Erklärungsbedürftigkeit ergibt sich aus Unbekanntheit infolge von Bedeutungs­losigkeit. Das Schützenwesen als unbedeutend zu deklarieren, ist die eigentliche Absicht hinter der Formulierung. 2. Außer dem Schützenausmarsch bringt das Hannoversche Schützenfest doch gar keine einzelnen „Highlights“ hervor. Somit wird die Aussage getroffen, der Schützenausmarsch sei ein Nichts. 3. Kein Deutschsprachler würde ein stundenlanges Ereignis mit fünfstelliger Teilnehmer­zahl als „besonderen Akt“ umschreiben - nur wenn er es verspotten will!

Eine Reihe von Screenshots der Übertragung des NDR anno 2018 bringt die Fehlentwicklungen auf den Punkt. Zunächst erschrickt man über zwei Jungs im Vorschulalter, die von den Homo-Aktivisten menschenverachtend mit Schwulen­fähnchen ausgestattet wurden. In den Mittelpunkt rückt indessen eine Rollstuhl-Handballer-Gruppe. Die zweifelhafte Planstelle Rollstuhlfahrer wird meist erst kurzfristig besetzt, was auf händeringendes Betteln seitens des Veranstalters hindeuten könnte. Und daß sich der Startplatz dann immer ganz am Ende eines Zuges befindet, zeugt von der Mutwilligkeit, mit der die Störpotentiale einge­bunden werden. Es ist wohl unstrittig, daß diese den Schützenausmarsch ins exakte Gegenteil verkehrende Nummer für absolut niemanden auch nur einen Hauch Ästhetik versprüht. Hinzuzudenken sind noch rückwärts gehende Kameraleute auf der Bahn, die jedoch sogar stehenbleiben müssen, als der Rollstuhlfahrer einfach aufhört, sich anzutreiben. Und dann kommt es, wie es kommen soll:

Vor laufender Kamera wird der steckengebliebene Rollstuhl von einem herbeigeeilten Zuschauer über die Strecke gezerrt. Im Fernsehen macht der Schützenausmarsch einen chaotischen und lächerlichen Eindruck. Wäre dies nicht auch das Ziel gewesen, hätten die Bilder allzu leicht von vornherein vermieden werden können. In einem verkleinerten Maßstab erkennen wir hier übrigens sehr klar das Zusammenspiel von Staatspropaganda und Systemmedien. Doch eine Sache verhält sich erstaunlicherweise anders als üblich: Die Körperbehinderten werden ja nicht integriert, sondern kraß ausgegrenzt! Benutzt der Veranstalter sie etwa auch noch dazu, um den Schützenausmarsch selbstverursacht obendrein auf dieser Ebene zu verleumden? Fast noch trauriger ist die Bräsigkeit, mit der die hannoverschen Schützen und Bürger diesen schier grenzenlosen Extremismus bei ihrem Schützenausmarsch gewähren lassen. Mit solch einem Volk können Machthaber jede Politik betreiben. Und wer sich damit herausreden will, daß es doch „nur“ ums Schützenfest geht, der erkläre bitte, woran das an diesen Bildern zu bemerken sein soll.
„Den an der Veranstaltung teilnehmenden Pferden wird empfohlen, über einen wirksamen Impfschutz gegen Influenza und Tetanus zu verfügen.“, heißt es in der „Reit- und Gespannfahrerordnung für den Schützenausmarsch in Hannover“ (2018). Man reibt sich die Augen, die Ansprache richtet sich tatsächlich an die Pferde! Also liebe Pferde, falls Ihr es noch nicht gelesen hattet, wißt Ihr nun Bescheid. Geht ruhig nochmal zum Tierarzt. Und erzählt es bitte den anderen Pferden weiter!

Seit 2017 befindet sich der Musikzug „Lübecks Freibeutermukke“ im Teilnehmerfeld des Schützenausmarschs. Jener fällt nicht nur durch abweichende Instrumentierung aus dem Rahmen, sondern auch durch lumpenhafte Klamotten, das Mitführen von Müll, betont asoziales Benehmen und die Verherrlichung von Verbrechern. Obwohl beiderseits sichtlich kein Bewußtsein darüber besteht, was dies eigentlich be­deutet, fungiert die Gruppe als „begleitender Musikzug“ der „Schützengesellschaft Heimat“. Es wäre sowieso mal zu überprüfen, in welcher Mission die SG Heimat unterwegs ist, die zudem auch noch Transvestiten in den Zug einschleust. Insbesondere spiegelt sich in den Vorgängen aber die Verantwortungslosigkeit der Gesamtleitung wider. Ein Veranstalter, der xylophon-spielende Piratendarsteller aus Lübeck in den Zug einbaut, beweist damit, daß er unfähig oder unwillig ist, den Schützenausmarsch im Stil zu pflegen und zu formen. Ein Veranstalter, der ein charakterbildendes Element der Feste und Umzüge des Küstenraums nebenher auch in Hannover ansiedelt, beweist damit, daß er den Schützenausmarsch nur als einen üblichen, austauschbaren Stadtumzug ansieht. Ein Veranstalter, der eine nicht-uniformierte, übertrieben als Spinner auftretende Gruppe in den Zug einbaut, die über dem altehrwürdigen Schützenwesen sogar ungehindert eine Totenkopf­flagge schwenken darf, beweist damit, daß er den Schützenausmarsch zerstören will. „Lübecks Freibeutermukke“ ist derzeit das Symbol einer neuen Phase des Niedergangs!
„Ein wunderbarer Schützenausmarsch“, urteilte der Präsident des „Verbandes Hannoverscher Schützenvereine“ auf Hannover.de. Gemeint war der Schützenausmarsch 2018, zu dem vier (!) hannoversche Schützenvereine nicht mehr antraten !!! Ein paar Mal muß er das noch sagen, dann ist Hannovers Schützenwesen ausgestorben. Ok, die Zusammenhänge sind ein bißchen konstruiert. Allerdings wurde der VHS-Präsident auch in der HAZ wie folgt zitiert: „Das war wieder ein toller Schützenausmarsch mit vielen aufwendig dekorierten Festwagen, Kutschen und Musik.“. Von Schützen keine Rede. Nun gut, vielleicht nahm er sie als sowieso gegeben an. Aber das ist ja genau die zu beobachtende Masche. Man will uns offenbar so lange vorgaukeln, viele tolle Schützen gäbe es immer, bis sie wirklich weg sind und der Schützenausmarsch abgeschafft werden kann. Ach, und mit den aufwendig dekorierten Festwagen dürfte z.B. die vom Veranstalter gestellte, bei den Ehrengästen mitfahrende, repräsentative erste Kutsche des Zuges gemeint gewesen sein:
„Im Doubliertritt, Marsch“ lautet das medial vielzitierte Kommando zum Start des Schützenausmarschs. Schön, daß der sachlich überholt gewordene Aspekt wenigstens als inhaltsleere Floskel erhalten ist. Soweit, so gut. Nur gibt man sich leider der Lächerlichkeit preis, wenn dann genau das Gegenteil davon passiert: Der Zug kommt - bereits am Rathaus - ständig ins Stocken, und die Schützen können überhaupt nicht marschieren, weil lernresistent jedes Jahr wieder Nummern eingebaut werden, die sich weigern oder außerstande sind, durchgängig die Zugbewegung mitzugehen.
Hier sehen wir den Namen des VHS-Mitgliedsvereins SC Feierabend auf seiner Standarte, und die jedes Jahr vorzufindende Namenswiedergabe in der Zug­aufstellung. Null Respekt seitens des Veranstalters, aber anscheinend auch null Interesse seitens des Vereins. Tja, diese Haltung ist bereits der Anfang vom Ende. Wenn geglaubt wird, ein Brauchtum müsse nicht mit der gleichen Sorgfalt betrieben werden wie das sonstige Leben, ist es zum Scheitern verurteilt.
Ein Blick auf den Lindener Umzug - mit elf beteiligten hannoverschen Schützen­vereinen - veranschaulicht komprimiert, was alles im Argen liegt. Ungeschmückte Strecke, unfestliche Musik von Marchingbands, kaum Schützen unter 50, sinnlos eingestreute Faschingsvereine, fehlende Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Kein Pferd, kein Wagen, an die Lindener Kanonen gar nicht zu denken. Statt durch historische Bebauung zu marschieren, was in Linden ja noch möglich wäre, zieht man als Kulisse das entkernte Ihme-Zentrum vor. Und Schützenhüte sind ohne erkennbaren Grund weitgehend weggeschmissen worden. Das ist keine Pflege von Kultur mehr, sondern deren Abwicklung. Jeder müßte begreifen, daß ein sich derart äußerndes Schützenwesen nicht attraktiv wirkt und auch nicht ernstgenommen wird. Wenn in Hannover nicht umgehend eine ganz andere Einstellung zur Sache entflammt, gehen in Kürze die Lichter aus. Sollte jemand meinen, in Großstädten wären Traditionen halt schicksalhaft verloren, vergleiche er bitte mit Beispielen von Kölner (!) Stadtteilumzügen: 1, 2, 3.



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1. Wendet man sich mit Fragen, Anmerkungen oder Vorschlägen an die mit dem Schützenausmarsch befaßten Stellen, erntet man rundherum nur Verachtung. Im Dienst der Sache kann das nicht sein. Gedanken müssen zum Vorschein kommen.
2. Gemessen an seiner außerordentlichen Größe, Bedeutung und Tradition genießt der Schützenausmarsch Hannover nur einen sehr geringen Bekanntheitsgrad. Das hat sich zu ändern! Dieses Ereignis muß überall unter den Topp-Fünf des Brauch­tums in Deutschland genannt und zahlreich von Touristen aufgesucht werden.
3. Vieles am Schützenausmarsch ist ohne Erklärung nicht zu verstehen oder überhaupt zu erkennen. Mit Hochfahren der neuen Schützenfest-Seite im März 2017 hat der Veranstalter dem Ereignis zwar endlich eine angemessene Plattform eingeräumt, aber eine Fan-Seite kann dagegen tausendmal mehr Inhalt anbieten und auch kritische Standpunkte einnehmen. Mit Hilfe der hier versammelten Angaben erhalten Zuschauer und Teilnehmer die Möglichkeit, den Schützen­ausmarsch deutlich bewußter wahrzunehmen.
4. Auch wenn es nicht ausgesprochen wird und bisher die Probleme noch nicht durchschlagen, hat der Schützenausmarsch Hannover in seiner gewohnten Form düstere Zukunftsaussichten. Dem soll entgegengewirkt werden, so gut es mit einer Netzseite eben geht.
5. Festumzüge spenden Freude, Selbstbewußtsein, Identität, Mut, erzeugen Aufgeregtheit, spiegeln Leistungsfähigkeit wider, fördern den Gemeinschaftssinn, bilden unvergleichliche Kulturgüter. Dafür verdient der Schützenausmarsch Hannover Dank und Würdigung!



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