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─ MUSIKZÜGE IN HANNOVER ─ |
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Über die Musikzüge kann leider kein solches Verzeichnis wie über die Schützenvereine angefertigt werden. Der Grund ist hausgemacht: Früher zollte man ihnen nicht die verdiente Anerkennung. Diese unentbehrlichen Zugteilnehmer, die beim Schützenausmarsch ja nun echte Arbeit verrichten, wurden einfach nirgendwo erwähnt. Vollständige Zugaufstellungen gibt es erst seit 1974. Die hiesigen Angaben müssen sich daher auf die Zeit ab den 1970er Jahren beschränken. Für die geographische Eingrenzung gilt das Gleiche wie bei den Schützenvereinen, d.h. Übungsstätten der hannoverschen Musikzüge können/konnten manchmal auch außerhalb der Stadtgrenzen liegen. |
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Allgemeine Blaskapellen Klassische, Marschmusik spielende Kapellen findet man in Hannover kaum mehr vor. Die ehemals beim Schützenausmarsch sehr präsenten Kapellen der Berufsfeuerwehr sowie der Bereitschaftspolizei Niedersachsen wandelten sich zu stationären Orchestern und kehrten sich damit vom Schützenausmarsch ab (was dazu geführt hat, daß die Schützen des Polizei-SV seit 2023 nach Feuerwehr-Musikzügen im Umland Ausschau halten...). Auch andere Institutionen betrieben einst Kapellen in Hannover, vom Bundesgrenzschutz über Post, Bundesbahn und die Verkehrsbetriebe Üstra bis zum Harzklub. Weitere Teilnehmer beim Schützenausmarsch waren Musikzüge der Freiwilligen Feuerwehren Vinnhorst und Kirchrode, unabhängige Blasmusiken aus Kleefeld und Wülfel, der Spielmanns- und Musikzug von Diana List. Übriggeblieben sind nur noch das Heeresmusikkorps Hannover nebst den Feuerwehr-Musikzügen Misburg und Wettbergen. „Musikkorps des Bundesgrenzschutzes Kommando Nord“ links, „Musikkorps der Bereitschaftspolizei Niedersachsen“ rechts (bei Bedarf wurden jeweils grüne Jacken getragen): ![]() ![]() Die Üstra-Kapelle spielte stets vor dem Straßenbahnwagen anno 1896: ![]() ![]() |
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Marchingbands Moderne Musikzüge oder Marchingbands, die auch in den Vororten und in der ländlichen Region erstaunlich häufig sind, können sich als einzige Gattung gut in der Stadt halten. Sieben bis acht solcher Kapellen bieten ihre Dienste an: Fanfarenzug „Alt-Linden“ v. 1964 (hervorgegangen aus dem SC Alt-Linden), Musikcorps „Dance and Drums“, Fanfarenkorps Hannover v. 1973, Marchingband „Flying Drums“ Hannover, Fanfarenzug der Schreberjugend Hannover v. 1962, Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Hannover, Fanfarencorps Vahrenheide (hervorgegangen aus SS Vahrenheide), potentiell noch der längere Jahre nicht mehr beim Schützenausmarsch beobachtete Musikzug der Funkenartillerie Blau-Weiss Hannover-Döhren. Aufgelöst haben sich das Hannoversche Showcorps „Bogart“ |
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Spielmannszüge Spielmannszüge, also Kapellen mit Querpfeifen als Blasinstrumenten, entstanden vielfach innerhalb der Schützenvereine. Günstig in der Materialbeschaffung, bündig im Erlernprozeß und schon in kleiner Gruppe spielfähig, sicherte man sich in dieser Form die musikalische Begleitung. Spielmannszüge besaßen die SG Bemerode (machte sich als Spielmannszug „Grün-Weiß“ Bemerode v. 1983 selbständig), die SG Bothfeld, die SVg Döhren, die SG Limmer, Diana List, die SG Mittelfeld 51 bzw. nach Abspaltung als Spielmanns- und Schießclub Mittelfeld 80 dann dieser, die SG Oberricklingen (machte sich als Spielmanns- und Hörnerzug Ricklingen selbständig), der SV Stöcken, die JSG Südost-Heidorn (machte sich als Spielmannszug „Süd-Ost“ Hannover v. 1951 selbständig), SS Vahrenheide (entwickelte sich dann aber zum heutigen Fanfarencorps Vahrenheide) und die SG Wülfel. Dem Namen nach zu urteilen gehörte auch das Spielmannskorps Hannover-Bothfeld v. 1974 in diese Kategorie, und der VfL Hannover steuerte einen weiteren Spielmannszug bei. Heute bestehen lediglich noch zwei hannoversche Spielmannszüge: Derjenige bei der Südstädter SG 98 sowie die betreffende Gruppe des „Spielmanns- und Fanfarenzugs der Freiwilligen Feuerwehr Hannover“. Spielmannszug Süd-Ost Hannover: ![]() ![]() |
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Unverkennbar präsentierte der Fanfarenzug Alt-Linden in seiner Anfangszeit noch Fanfaren: ![]() Sonderinstrumentierungen Für vier andere Arten von Kapellen werden offensichtlich Planstellen beim Schützenausmarsch vorgehalten. Wenigstens einmal sollen sie im Zug vorkommen. Drei davon können nicht aus der eigenen Stadt bezogen werden. 1. Fanfaren: Von den heute noch vorhandenen Musikzügen betätigten sich vermutlich sechse einstmals als Fanfarenkorps (FZ Alt-Linden, FK Hannover, FZ der Schreberjugend, SMuFZ der FF Hannover, FW-MZ Misburg, FC Vahrenheide). Hinzu kamen das Fanfarenkorps Hannover-Südstadt v. 1973 und ein Malteser-Fanfarenzug. Spätestens in den 1980er Jahren fiel diese monumentale, optisch sehr ansprechende, aber für Umzüge und die Begleitung von Schützenvereinen eher ungeeignete Spielform dem Niedergang anheim. Überraschenderweise läßt sie sich beim SMuFZ der FF Hannover und beim FW-MZ Misburg jedoch auch nach der Jahrtausendwende feststellen. Ein letzter Wiederbelebungsversuch wurde mit dem „Fanfarenzug Hannover im SV 1908 Ricklingen“ unternommen, der es nur zur Teilnahme am Schützenausmarsch 2014 per Spielgemeinschaft brachte. Seitdem ist das Fanfarenspiel in Hannover ausgestorben. Da Selbiges für nahezu ganz Norddeutschland zutrifft, muß auf Fanfarenkorps mindestens aus dem Raum Ruhrgebiet zurückgegriffen werden. 2. Schalmeien: Zu diesem Instrument ist in der Stadt nichts bekanntgeworden. Die Planstelle wird derzeit ständig vom Schalmeienzug Osterhagen/Harz ausgefüllt. 3. Dudelsäcke: Bis zum Jahr 2000 konnte man sich eine Zeit lang durch den „The Gordon Highlanders Club Hannover“ selbstversorgen. Zwar gibt es auch jetzt eine lokale Dudelsackkapelle, nämlich „Hannover City Pipes & Drums“ als Sparte im Verein „Rugby Ricklingen“, doch zeigt sie kein Interesse am Schützenausmarsch (nur eine Beteiligung 2017 per Spielgemeinschaft). 4. Jagdhörner: Diese schwer durchschaubare Szene besteht aktuell wohl aus vier Gruppen, von denen das Parforcehorn-Bläsercorps „Hubertus“ Hannover standardmäßig am Schützenausmarsch teilnimmt, das Parforcehorncorps „Treffpunkt Fermate“ Hannover und das Jagdhorn-Bläserkorps der Jägerschaft Hannover-Stadt nicht mehr, das Jagdhorn-Bläsercorps Kronsberg nie. Weitere historische Teilnehmer waren die Jagdhorn-Bläsergruppe des NJK Hannover, der Spielmanns- und Hörnerzug Ricklingen und „Die Hannöverschen Jagdhornbläser“. Der Spielmanns- und Hörnerzug Ricklingen blies schneidige Hörner mit der Öffnung nach vorn: ![]() Die NJK-Jagdhornbläser und das Parforcehorncorps Treffpunkt Fermate standen im Obergeschoß einer Doppelstockkutsche: ![]() „The Gordon Highlanders Club Hannover“: ![]() |









