Einzugstore auf dem Schützenplatz



Ob vorher je etwas in der Richtung existiert hatte, ist unbekannt. Auf dem ersten Schützenplatz in der Ohe waren die Zugänge im Zeitalter der großen Aus­schmückung, mindestens ab den 1860er Jahren, mit repräsentativen Toren versehen. Die Bauten wurden immer nur für die Schützenfestzeit aufgestellt, sonst eingelagert. Sie standen nicht etwa an der Außengrenze des Schützenplatzes, sondern an der Schwelle zum allerheiligsten Rundteil (im 19. Jahrhundert „Rundtheil“ geschrieben). Die Ansicht von innen war die weitaus wichtigere. Aber durch das Nordtor trat eben der Zug des Schützenausmarschs herein. Dieses Nordtor erreichte mittels übermäßigem Schmuck eine enorme Höhe, wirkte damit allerdings auch schmaler als die beiden anderen. Merkwürdig, daß die Durchgangsöffnung nochmal von einem Mast halbiert wurde. Jedenfalls hatten die Leute offenbar viel Gefallen an dem Klappergerüst, denn vom ältesten Dokument (1887) an ist auf Photos nie eine andere Konstruktion dort zu sehen. Genauer Standort des Tors in der heutigen Szenerie müßte das Aufeinandertreffen von Bruchmeisterallee und Robert-Enke-Straße gewesen sein.





Obwohl der zu 1937 neuangelegte zweite (jetzige) Schützenplatz in der Ohe klare Außenkanten erhielt, wurden seine Zugänge nicht als Tore gestaltet. An der Ostseite, wo fortan der Schützenausmarsch einzog, ergab sich durch die beiden - noch heute vorhandenen - Gebäude nur eine gewisse Pforte. Vielmehr konzentrierten sich die Ausarbeitungen weiterhin auf das fast eins-zu-eins übernommene Rundteil. Neu waren die Bodenbefestigung und ein mit Fontänen bestückter Wassergraben, über den lediglich zwei Brücken führten. Durch den Umstand, daß nun keine Bäume mehr in die Kreisform hineinragten, hatte man das sterile Idealbild Wirklichkeit werden lassen (hier klicken für ein Photo in der Totalen). Als Einzugstor für den Schützenausmarsch wurde das alte Nordtor vom vorherigen Schützenplatz weiterverwendet, nun um die Hälfte gekürzt.





Nach dem 2.WK war der Wassergraben schon wieder weg. Vielleicht hatte er Zerstörungen erlitten (unter dem Schützenplatz befand sich sogar ein Bunker), vielleicht hatte er sich beim Festgeschehen nicht bewährt, oder beides. Die Einfassung des Rundteils wurde in den 1950er Jahren von einem Kreis bereits kräftiger Pappeln gebildet. Es brachte schon wahrlichen Torcharakter mit sich, allein das Pappelrondell zu durchstoßen. Dennoch gab es auch ein dünnes Gestänge mit Querrahmen, welches aber wohl mehr am Abend die Orientierung erleichterte, als daß es eine Ehre für den Schützenausmarsch dargestellt hätte.






Beim Wiederbeginn Anfang der 1950er Jahre wollte man schon am Rand des Schützenplatzes eine Torwirkung erzielen. Über dem östlichen Zugang, der vom Schützenausmarsch durchschritten wird, hing eine Tafel mit der Aufschrift „Hannoversches Schützenfest“ und Sachsenroß. Welche Grundflächenfarben dafür Verwendung fanden, läßt sich nicht erkennen, am wahrscheinlichsten die neuen allgemeinen Schützenfarben Grün-Weiß.





Ende der 1950er Jahre gab es dort stattdessen einen festen Torbau mit Zinnen und dem Wappen des Deutschen Schützenbundes. In den 1960er Jahren war jedoch kein Tor mehr vorhanden.





Erst zum Jubiläums-Schützenfest 1979 wurden die Zugänge des Schützenplatzes allesamt mit richtigen Toren versehen. Diese bekamen auch Namen. Das Osttor heißt seitdem nach Hannovers ältestem Wirtschaftsbetrieb, der ursprünglich lange Zeit genossenschaftlich organisierten und daher gefühlt gemein-hannoverschen Gilde-Brauerei „Gilde-Tor“. Hier im Video kann man das Tor mal zusammen mit dem Spielmannszug Kirchlengern durchschreiten.